HAZ Artikel (26.11.2020)

HAZ Artikel (26.11.2020)

Montessori-Schule Wedemark knüpft Kontakte nach Hawaii

 

Von Ursula Kallenbach

In der Montessori-Grundschule Wedemark sitzen die Kinder jetzt neben gleichaltrigen Schülern aus Honolulu – in einem virtuellen Klassenraum. Die spannende Aktion sorgt mitten in der Corona-Pandemie für Freude – und liefert überraschende Erkenntnisse.

 

Bissendorf-Wietze/Honolulu. Früher knüpften Kinder per Luftpost Brieffreundschaften in fremde Länder, heute sitzen Schulkinder in Bissendorf-Wietze und Honolulu online miteinander verbunden in einem gemeinsamen virtuellen Klassenraum. Die Wedemärker Montessori-Grundschüler nutzen die Corona-Zeit, um Jungen und Mädchen aus einer anderen Kultur kennenzulernen – auf Hawaii.

 

Schüler knüpfen Kontakt über 12.000 Kilometer

Im täglichen Leben sind die Kontakte beschränkt. Also blicken die Kinder gleich ganz weit über den Tellerrand hinaus – und suchen über eine Entfernung von 12000 Flugkilometern hinweg die Nähe und Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. „Die Idee war, eine Montessori-Schule vom anderen Ende der Welt aufzutun“, berichtet Lars Wesenick vom Vorstand der Wedemärker Grundschule.

Geübt im online-basierten Homeschooling, fiel es den Montessori-Schülern aus der Wedemark nicht schwer, Kontakt zur Montessori Community School Honolulu Hawaii aufzunehmen – und seither geht es auch in den Gruppenräumen der Montessori-Grundschule in Bissendorf-Wietze hawaiianisch zu. „Es zeigt den Kindern, wie nah sich alle Menschen auf der Welt sind“, sagt Schulleiterin Stefanie Rifai. Es fühle sich genauso an, wie mit den eigenen Sitznachbarn über den etablierten Online-Klassenraum der Montessori-Grundschule Wedemark zu kommunizieren.

 

Virtuelles Klassenzimmer ermöglicht Austausch

„Unsere Kinder haben die Schule in Hawaii angesprochen, und die Mädchen und Jungen dort waren gleich Feuer und Flamme“, erzählt Wesenick. „Jetzt malen sie gegenseitig Bilder ihrer Schule und erzählen sich, wie Weihnachten gefeiert wird. In den virtuellen Klassenraum können beide Seiten auch kleine Filme einstellen.“ Dem stellvertretenden Vorsitzenden des Schulvorstandes ist es sehr wichtig, „mal wieder was Schönes aus Schulen“ mitteilen zu können. „Sie waren alle so happy, als sie hörten, was wir vorhaben, und machten sich sofort an die Arbeit“, bestätigt die kaufmännische Geschäftsführerin der Montessori-Grundschule, Andrea Schmid. Sie half, den Kontakt zur Schule in Hawaii aufzubauen. Über das gemeinsame Motto sind alle einig: Kinder umarmen die Welt.

Eigentlich, meint Wesenick könnten viele andere Schulen auch eine solche Aktion machen. „Diese Verbindung macht die Kinder unheimlich fröhlich. Sonst hieß es im Alltag ja seit Monaten vor allem: aufpassen und einschränken.“ Ganz nebenbei motiviere der Austausch die Schulkinder auch, mehr Englisch zu lernen und Online-Werkzeuge besser zu nutzen. „Die Kommunikation über Online-Plattformen fällt den Kindern nicht schwer, denn diese haben sie in den Zeiten des ersten Teil-Lockdowns bereits bestens zu beherrschen gelernt.“

Schülerin findet es „cool“

Täglich lernen sich die Kinder beider Schulen nun besser kennen und tauschen Informationen über ihre Einrichtungen und die Eigenarten ihrer Heimatländer aus. „Unsere Kinder waren hellauf begeistert, als sie hörten, dass Weihnachten auf Hawaii mit Delfinen gefeiert wird“, berichtet Schulleiterin Rifai. Und eine Schülerin erzählt: „Es ist ein cooles Gefühl, wenn sich Kinder vom anderen Ende der Welt für dich interessieren, wie du lebst, was du machst. Und dann macht es natürlich besonders Spaß, auch viel von dir selber und deinem Leben zu berichten“.

 

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